Baseball hat komplizierte Regeln – In Thüringen gibt es drei Vereine

Die einen schlagen den Ball und rennen ums Feld. Die anderen versuchen, beides zu verhindern. Beim Baseball ist auf dem Feld jede Menge los. Ein Besuch beim Training.
Thüringer Derby: In der mitteldeutschen Verbandsliga der Männer haben die Erfurt An­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­gels gegen die Jena Kernberg Giants (dunkelblaue Trikots) am vergangenen Wochenende gleich zwei Spiele mit 16:6 und 16:15 gewonnen. Foto: Marco Schmidt

Thüringer Derby: In der mitteldeutschen Verbandsliga der Männer haben die Erfurt An­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­gels gegen die Jena Kernberg Giants (dunkelblaue Trikots) am vergangenen Wochenende gleich zwei Spiele mit 16:6 und 16:15 gewonnen. Foto: Marco Schmidt

Erfurt/Jena/Berlin. Die einen schlagen den Ball und rennen ums Feld. Die anderen versuchen, beides zu verhindern. Beim Baseball ist auf dem Feld jede Menge los. Ein Besuch beim Training.

„Zwei Hände, Michael, zwei Hände!“, ruft William quer über den Ascheplatz. Michael nickt und nimmt sofort seine rechte Hand zur Hilfe – wie vom Trainer gewünscht. Michael ist zwölf Jahre alt. An seiner linken Hand trägt er einen schwarzen Handschuh. Es sieht so aus, als sei er Michael viel zu groß. Um einen schnellen Ball zu fangen, ist er aber genau richtig.

Der Zwölfjährige aus Berlin spielt Baseball (gesprochen: Bäisboal). Das ist eine Sportart aus dem Land USA. Sie erinnert ein bisschen an Brennball. Auch in Thüringen kann man Baseball spielen. Es gibt drei Vereine: JenaKernberg Giants, Erfurt Angels und ErfurtBaseballclub Latinos. Spezielle Angebote für Kinder gibt es hier aber nicht.

Baseball ist ein komplizierter Sport. Es gibt sehr viele Regeln. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an. Die Spieler werfen, schlagen, laufen und fangen. Natürlich nicht alles gleichzeitig, das wäre ein bisschen viel.

Heute üben Michael und die anderen Werfen und Fangen, immer zu zweit. Michael wirft sich mit seinem Freund Felix den Ball zu. „Ich habe vorher Fußball gespielt“, berichtet er. „Aber dann hat mir Felix erzählt, wie cool Baseball ist. Deshalb habe ich mir das mal angeschaut.“ Seit ein paar Wochen ist er jetzt dabei.

Trainer William kommt zu den beiden über den Platz gelaufen. Er erklärt die Sache mit der zweiten Hand: „Wenn man den Ball mit dem Handschuh gefangen hat, muss man sofort die andere Hand dazunehmen. Damit der Ball nicht wieder herausfällt und auf dem Boden landet. Und damit man ihn sofort weiterwerfen kann.“

Das ist beim Baseball wichtig. Zumindest für die Mannschaft, die gerade verteidigt. Das gegnerische Team ist im Angriff. Einer der Angreifer versucht, den Ball mit dem Baseball-Schläger möglichst weit zu schlagen.

Dann lässt er den Schläger fallen und läuft ums Spielfeld. Auf seinem Weg gibt es besondere Stationen. Sie heißen Bases (gesprochen: Bäisses). Daher kommt auch der Name der Sportart. Eine Base ist ein sicherer Punkt, wo der Spieler stehen bleiben kann.

Die verteidigende Mannschaft versucht, genau das zu verhindern: dass ein Gegner eine rettende Base erreicht. Dafür müssen sich die Spieler den Ball schnappen und zu einer Base werfen. Und zwar bevor der Gegner dort ankommt. Gelingt das, scheidet der Angreifer aus. Er kann in diesem Durchgang keinen Punkt mehr für sein Team erzielen.

Der Schlagmann kann aber auch noch auf andere Weise ausscheiden. Schlägt der Gegner an einem korrekten Wurf vorbei, bekommt er einen Strike (gesprochen: Streiik). Auch andere Fehler führen zu so einer Strafe. Bei drei Strikes ist der Schlagmann raus.

Michael und Felix sind noch nicht so weit. Sie üben erst einmal das Werfen und Fangen des Balles.

dpa 19.05.15

 

Quelle: TLZ.de

Link: https://www.tlz.de/